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und ich holte mir deshalben Rat bei einem Priester in der Stadt. Der wol lte auch nichts von dem
Undinen-Namen hören und kam auf mein vieles Bitten mit mir durch den verwunderlichen Wald zu
Vollziehung der Taufhandlung hier herein in meine Hütte. Die Kleine s tand so hübsch geschmückt
und holdselig vor uns, daß dem Priester alsbald sein ganzes Herz vor ihr aufging, und sie wußte
ihm so artig zu schmeicheln und mitunter so drollig zu trotzen, daß e r sich endlich auf keinen der
Gründe, die er gegen den Namen Undine vorrätig gehabt hatte, mehr besinnen konnte. Sie ward
denn also Undine getauft und betrug sich während der heiligen Handlun g außerordentlich sittig
und anmutig, so wild und unstet sie auch übrigens immer war. Denn dar in hat meine Frau ganz
recht: was Tüchtiges haben wir mit ihr auszustehen gehabt. Wenn ich E uch erzählen sollte« -
Der Ritter unterbrach den Fischer, um ihn auf ein Geräusch, wie von g ewaltig rauschenden
Wasserfluten, aufmerksam zu machen, das er schon früher zwischen den Reden des Alten
vernommen hatte und das nun mit wachsendem Ungestüm vor den Hütten fenstern dahinströmte.
Beide sprangen nach der Tür. Da sahen sie draußen im jetzt aufgega ngnen Mondenlicht den
Bach, der aus dem Walde hervorrann, wild über seine Ufer hinausgeriss en und Steine und
Holzstämme in reißenden Wirbeln mit sich fortschleudern. Der Sturm brach, wie von dem Getöse
erweckt, aus den mächtigen Gewölken, diese pfeilschnell über de n Mond hinjagend, hervor, der
See heulte unter des Windes schlagenden Fittichen, die Bäume der Land zunge ächzten von
Wurzel zu Wipfel hinauf und beugten sich wie schwindelnd über die rei ßenden Gewässer: -
»Undine! Um Gottes willen, Undine!« riefen die zwei beängstigte n Männer. - Keine Antwort kam
ihnen zurück, und achtlos nun jeglicher andern Erwägung rannten si e, suchend und rufend, einer
hier-, der andre dorthin, aus der Hütte fort.
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