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Undine

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Achtzehntes Kapitel: Wie der Ritter Huldbrand Hochzeit hielt Wenn ich euch erzählen sollte, wie es bei der Hochzeitfeier auf Burg  Ringstetten zuging, so würde euch zumute werden, als sähet ihr eine Menge von blanken und  erfreulichen Dingen aufgehäuft, aber drüberhin einen schwarzen Trauerflor gebreitet, a us dessen verdunkelnder Hülle hervor die ganze Herrlichkeit minder einer Lust gliche als einem Spott ü ber die Nichtigkeit aller irdischen Freuden. Es war nicht etwa, daß irgendein gespenstisches Un wesen die festliche Geselligkeit verstört hätte, denn wir wissen ja, daß die Burg v or den Spukereien der dräuenden Wassergeister eine gefeite Stätte war. Aber es war dem Ritter und dem  Fischer und allen Gästen zumute, als fehle noch die Hauptperson bei dem Feste und als müsse di ese Hauptperson die allgeliebte freundliche Undine sein. Sooft eine Tür aufging, starrten  aller Augen unwillkürlich dahin, und wenn es dann weiter nichts war als der Hausmeister mit neuen Schü sseln oder der Schenk mit einem Trunk noch edlern Weins, blickte man wieder trüb vor sich h in, und die Funken, die etwa hin und her von Scherz und Freude aufgeblitzt waren, erloschen in dem Ta u wehmütigen Erinnerns. Die Braut war von allen die leichtsinnigste und daher auch di e vergnügteste; aber selbst ihr kam es bisweilen wunderlich vor, daß sie in dem grünen Kranze  und den goldgestickten Kleidern an der Oberstelle der Tafel sitze, während Undine als Leichn am starr und kalt auf dem Grunde der Donau liege oder mit den Fluten forttreibe ins Weltmeer hinau s. Denn seit ihr Vater ähnliche Worte gesprochen hatte, klangen sie ihr immer vor den Ohren  und wollten vorzüglich heute weder wanken noch weichen. Die Gesellschaft verlor sich bei kaum eingebrochner Nacht; nicht aufgelö st durch des Bräutigams hoffende Ungeduld, wie sonsten Hochzeitversammlungen, sond ern nur ganz trüb und schwer auseinander gedrückt durch freudlose Schwermut und Unheil kü ndende Ahnungen. Bertalda ging mit ihren Frauen, der Ritter mit seinen Dienern, sich ausz ukleiden: von dem scherzend fröhlichen Geleit der Jungfrauen und Junggesellen bei Braut  und Bräutigam war an diesem trüben Feste die Rede nicht. Bertalda wollte sich aufheitern; sie ließ einen prächtigen Schmuck , den Huldbrand ihr geschenkt hatte, samt reichen Gewanden und Schleiern vor sich ausbreiten, ihren mo rgenden Anzug aufs schönste und heiterste daraus zu wählen. Ihre Dienerinnen freueten  sich des Anlasses, vieles und Fröhliches der jungen Herrin vorzusprechen, wobei sie nicht ermangelt en, die Schönheit der Neuvermählten mit den lebhaftesten Worten zu preisen. Man vertiefte sich mehr und mehr in diese Betrachtungen, bis endlich Bertalda, in einen Spiegel blickend, seufzte:  »Ach, aber seht ihr wohl die werdenden Sommersprossen hier seitwärts am Halse?« - Sie sahen  hin und fanden es freilich, wie es die schöne Herrin gesagt hatte, aber ein liebliches Mal nannte n sie’s, einen kleinen Flecken, der die Weiße der zarten Haut noch erhöhe. Bertalda schü ttelte den Kopf und meinte, ein Makel bleib es doch immer. - »Und ich könnt es los sein«, seufz te sie endlich. »Aber der Schloßbrunnen ist zu, aus dem ich sonst immer das köstliche, hautr einigende Wasser schöpfen ließ. Wenn ich doch heut nur eine Flasche davon hätte!« - »I st es nur das?« lachte eine behende Dienerin und schlüpfte aus dem Gemach. - »Sie wird doch nicht so t oll sein«, fragte Bertalda wohlgefällig erstaunt, »noch heut abend den Brunnenstein abwälz en zu lassen?« - Da hörte man bereits, daß Männer über den Hof gingen, und konnte aus dem Fen ster sehn, wie die gefällige Dienerin sie grade auf den Brunnen losführte und sie Hebebäume und  andres Werkzeug auf den Schultern trugen. - »Es ist freilich mein Wille«, lächelte Bert alda; »wenn es nur nicht zu lange währt.« - Und froh im Gefühl, daß ein Wink von ihr jetzt ver möge, was ihr vormals so schmerzhaft geweigert worden war, schaute sie auf die Arbeit in den mondhellen Burgh of hinab. Die Männer hoben mit Anstrengung an dem großen Steine; bisweilen s eufzte wohl einer dabei, sich erinnernd, daß man hier der geliebten vorigen Herrin Werk zerstö re. Aber die Arbeit ging übrigens viel leichter als man gemeint hatte. Es war, als hülfe ei ne Kraft aus dem Brunnen heraus den Stein emporbringen. - »Es ist ja«, sagten die Arbeiter erstaun t zueinander, »als wäre das Wasser drinnen zum Springborne worden.« - Und mehr und mehr hob sich  der Stein, und fast ohne Beistand der Werkleute rollte er langsam mit dumpfem Schallen auf d as Pflaster hin. Aber
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
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Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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