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Undine

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Funfzehntes Kapitel: Die Reise nach Wien Es lebte sich seit der letztern Begebenheit still und ruhig auf dem Schl oß. Der Ritter erkannte mehr und mehr seiner Frauen himmlische Güte, die sich durch ihr Nache ilen und Retten im Schwarztale, wo Kühleborns Gewalt wieder anging, so herrlich offenbar t hatte; Undine selbst empfand den Frieden und die Sicherheit, deren ein Gemüt nie ermangelt , solange es mit Besonnenheit fühlt, daß es auf dem rechten Wege sei, und zudem gin gen ihr in der neu erwachenden Liebe und Achtung ihres Ehemannes vielfache Schimmer der Hof fnung und Freude auf. Bertalda hingegen zeigte sich dankbar, demütig und scheu, ohne d aß sie wieder diese Äußerungen als etwas Verdienstliches angeschlagen hätte. Sooft  ihr eines der Eheleute über die Verdeckung des Brunnens oder über die Abenteuer im Schwarztale irgend  etwas Erklärendes sagen wollte, bat sie inbrünstig, man möge sie damit verschonen, w eil sie wegen des Brunnens allzu viele Beschämung und wegen des Schwarztales allzu viele Schreck en empfinde. Sie erfuhr daher auch von beiden weiter nichts; und wozu schien es auch nötig zu  sein? Der Friede und die Freude hatten ja ihren sichtbaren Wohnsitz in Burg Ringstetten genommen.  Man ward darüber ganz sicher und meinte, nun könne das Leben gar nichts mehr tragen al s anmutige Blumen und Früchte. In so erlabenden Verhältnissen war der Winter gekommen und vorüber gegangen, und der Frühling sah mit seinen hellgrünen Sprossen und seinem lichtblauen  Himmel zu den fröhlichen Menschen herein. Ihm war zumut wie ihnen, und ihnen wie ihm. Was Wunder,  daß seine Störche und Schwalben auch in ihnen die Reiselust anregten! Während sie einma l nach den Donauquellen hinab lustwandelten, erzählte Huldbrand von der Herrlichkeit des edle n Stromes und wie er wachsend durch gesegnete Länder fließe, wie das köstliche Wien  an seinen Ufern emporglänze und er überhaupt mit jedem Schritte seiner Fahrt an Macht und Lieblic hkeit gewinne. - »Es müßte herrlich sein, ihn so bis Wien einmal hinabzufahren!« brach Bertalda  aus, aber gleich darauf in ihre jetzige Demut und Bescheidenheit zurückgesunken, schwieg sie erröt end still. Eben dies rührte Undinen sehr, und im lebhaftesten Wunsch, der lieben Freundin eine Lust  zu machen, sagte sie: »Wer hindert uns denn, die Reise anzutreten?« - Bertalda hüpfte  vor Freuden in die Höhe, und die beiden Frauen begannen sogleich, sich die anmutige Donaufahrt mit den al lerhellsten Farben vor die Sinne zu rufen. Auch Huldbrand stimmte fröhlich darin ein; nur sa gte er einmal besorgt Undinen ins Ohr: »Aber weiterhin ist Kühleborn wieder gewaltig?«  - »Laß ihn nur kommen«, entgegnete sie lachend; »ich bin ja dabei, und vor mir wagt er sich m it keinem Unheil hervor.« - Damit war das letzte Hindernis gehoben, man rüstete sich zur Fahrt un d trat sie alsbald mit frischem Mut und den heitersten Hoffnungen an. Wundert euch aber nur nicht, ihr Menschen, wenn es dann immer ganz ander s kommt, als man gemeint hat. Die tückische Macht, die lauert, uns zu verderben, singt  ihr auserkornes Opfer gern mit süßen Liedern und goldnen Märchen in den Schlaf. Dagegen po cht der rettende Himmelsbote oftmals scharf und erschreckend an unsre Tür. Sie waren die ersten Tage ihrer Donaufahrt hindurch außerordentlich v ergnügt gewesen. Es ward auch alles immer besser und schöner, so wie sie den stolzen flut enden Strom weiter hinunterschifften. Aber in einer sonst höchst anmutigen Gegend, von deren erfreulichem Anblick sie sich die beste Freude versprochen hatten, fing der ungebändigte K ühleborn ganz unverhohlen an, seine hier eingreifende Macht zu zeigen. Es blieben zwar bloß Nec kereien, weil Undine oftmals in die empörten Wellen oder in die hemmenden Winde hineinschalt und s ich dann die Gewalt des Feindseligen augenblicklich in Demut ergab; aber wieder kamen die Angrif fe, und wieder brauchte es der Mahnung Undines, so daß die Lustigkeit der kleinen Reisegesell schaft eine gänzliche Störung erlitt. Dabei zischelten sich noch immer die Fährleute zag end in die Ohren und sahen mißtrauisch auf die drei Herrschaften, deren Diener selbsten mehr und  mehr etwas Unheimliches zu ahnen begannen und ihre Gebieter mit seltsamen Blicken verfolgten. Hu ldbrand sagte öfters bei sich im stillen Gemüte: »Das kommt davon, wenn gleich sich nicht z u gleich gesellt, wenn Mensch und Meerfräulein ein wunderliches Bündnis schließen.« - Sich  entschuldigend, wie wir es denn
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
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Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
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