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Undine

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Zwölftes Kapitel: Wie sie aus der Reichsstadt abreisten Dem Herrn von Ringstetten wär es freilich lieber gewesen, wenn sich a lles an diesem Tage anders gefügt hätte; aber auch so, wie es nun einmal war, konnte e s ihm nicht unlieb sein, da sich seine reizende Frau so fromm und gutmütig und herzlich bewies. - » Wenn ich ihr eine Seele gegeben habe«, mußt er bei sich selber sagen, »gab ich ihr wohl  eine beßre als meine eigne ist«; und nun dachte er einzig darauf, die Weinende zufrieden zu sprechen und  gleich des andern Tages einen Ort mit ihr zu verlassen, der ihr seit diesem Vorfalle zuwid er sein mußte. Zwar ist es an dem, daß man sie eben nicht ungleich beurteilte. Weil man schon fr üher etwas Wunderbares von ihr erwartete, fiel die seltsame Entdeckung von Bertaldens Herkommen  nicht allzusehr auf, und nur gegen diese war jedermann, der die Geschichte und ihr stürmis ches Betragen dabei erfuhr, übel gesinnt. Davon wußten aber der Ritter und seine Frau  noch nichts; außerdem wäre eins für Undinen so schmerzhaft gewesen als das andre, und so hatte m an nichts Beßres zu tun, als die Mauern der alten Stadt baldmöglichst hinter sich zu lassen. Mit den ersten Strahlen des Morgens hielt ein zierlicher Wagen für Un dinen vor dem Tore der Herberge; Huldbrands und seiner Knappen Hengste stampften daneben das Pf laster. Der Ritter führte seine schöne Frau aus der Tür, da trat ihnen ein Fischer mädchen in den Weg. - »Wir brauchen deine Ware nicht«, sagte Huldbrand zu ihr, »wir reisen eb en fort.« - Da fing das Fischermädchen bitterlich an zu weinen, und nun erst sahen die Eheleu te, daß es Bertalda war. Sie traten gleich mit ihr in das Gemach zurück und erfuhren von ihr,  der Herzog und die Herzogin seien so erzürnt über ihre gestrige Härte und Heftigkeit, daß  sie die Hand gänzlich von ihr abgezogen hätten, nicht ohne ihr jedoch vorher eine reiche Aussteuer  zu schenken. Der Fischer sei gleichfalls wohl begabt worden und habe noch gestern abends mit sein er Frau wieder den Weg nach der Seespitze eingeschlagen. »Ich wollte mit ihnen gehn«, fuhr sie fort, »aber der alte Fisc her, der mein Vater sein soll -« »Er ist es auch wahrhaftig, Bertalda«, unterbrach sie Undine. » Sieh nur, der, welchen du für den Brunnenmeister ansahst, erzählte mir’s ausführlich. Er woll te mich abreden, daß ich dich nicht mit nach Burg Ringstetten nehmen sollte, und da fuhr ihm dieses Geheimni s mit heraus.« »Nun denn«, sagte Bertalda, »mein Vater - wenn es denn so sein  soll - mein Vater sprach: ‘Ich nehme dich nicht mit, bis du anders worden bist. Wage dich allein durch  den verrufenen Wald zu uns hinaus; das soll die Probe sein, ob du dir etwas aus uns machst. Abe r komm mir nicht wie ein Fräulein; wie eine Fischerdirne komm!’ - Da will ich denn tun, wie  er gesagt hat, denn von aller Welt bin ich verlassen und will als ein armes Fischerkind bei den ärm lichen Eltern einsam leben und sterben. Vor dem Wald graut es mich freilich sehr. Es sollen abscheu liche Gespenster drinnen hausen, und ich bin so furchtsam. Aber was hilft’s? - Hierher kam ich  nur noch, um bei der edlen Frau von Ringstetten Verzeihung dafür zu erflehen, daß ich mich ge stern so ungebührlich erzeigte. Ich fühle wohl, Ihr habt es gut gemeint, holde Dame, aber Ihr wußt et nicht, wie Ihr mich verletzen würdet, und da strömte mir denn in der Angst und Überraschung g ar manch unsinnig verwegnes Wort über die Lippen. Ach verzeiht, verzeiht! Ich bin ja so unglüc klich schon. Denkt nur selbsten, was ich noch gestern in der Frühe war, noch gestern zu Anfang Eures F estes, und was nun heut! - « Die Worte gingen ihr unter in einem schmerzlichen Tränenstrom, und gl eichfalls bitterlich weinend fiel ihr Undine um den Hals. Es dauerte lange, bis die tiefgerü hrte Frau ein Wort hervorbringen konnte; dann aber sagte sie: »Du sollst ja mit uns nach  Ringstetten; es soll ja alles bleiben, wie es früher abgeredet war; nur nenne mich wieder du und ni cht mehr Dame und edle Frau. Sieh, wir wurden als Kinder miteinander vertauscht; da schon verzw eigte sich unser Geschick, und wir wollen es fürder so innig verzweigen, daß es kei ne menschliche Gewalt zu trennen imstand sein soll. Nur erst mit uns nach Ringstetten. Wie wir al s Schwestern miteinander teilen wollen, besprechen wir dort.« - Bertalda sah scheu nach Huldbr and empor. Ihn jammerte
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
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Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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