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Undine

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arme, holde Waise«, sagte der Herzog tief bewegt; »die schöne S ängerin hat wohl recht; das Beste haben wir dir dennoch nicht zu geben vermocht.« - »Wir müssen aber auch hören, wie es den armen Eltern ergangen i st«, sagte Undine, schlug die Saiten und sang: »Mutter geht durch ihre Kammern, Räumt die Schränke ein und aus, Sucht, und weiß nicht was, mit Jammern, Findet nichts, als leeres Haus. Leeres Haus! O Wort der Klage Dem, der einst ein holdes Kind Drin gegängelt hat am Tage, Drin gewiegt in Nächten lind. Wieder grünen wohl die Buchen, Wieder kommt der Sonne Licht, Aber, Mutter, laß dein Suchen, Wieder kommt dein Liebes nicht. Und wenn Abendlüfte fächeln, Vater heim zum Herde kehrt, Regt sich’s fast in ihm wie Lächeln, Dran doch gleich die Träne zehrt. Vater weiß, in seinen Zimmern Findet er die Todesruh, Hört nur bleicher Mutter Wimmern, Und kein Kindlein lacht ihm zu.« »O, um Gott, Undine, wo sind meine Eltern?« rief die weinende Bert alda. »Du weißt es gewiß, du hast es erfahren, du wundersame Frau, denn sonst hättest du mir da s Herz nicht so zerrissen. Sind sie vielleicht schon hier? Wär es?« - Ihr Auge durchflog die  glänzende Gesellschaft und weilte auf einer regierenden Herrin, die ihrem Pflegevater zunächst s aß. Da beugte sich Undine nach der Tür zurück, ihre Augen flossen in der süßesten Rü hrung über. »Wo sind denn die armen, harrenden Eltern?« fragte sie, und der alte Fischer mit seiner Frau w ankten aus dem Haufen der Zuschauer vor. Ihre Augen hingen fragend bald an Undinen, bald an dem sc hönen Fräulein, das ihre Tochter sein sollte. - »Sie ist es!« stammelte die entzück te Geberin, und die zwei alten Leute hingen lautweinend und Gott preisend an dem Halse der Wiedergefundnen. Aber entsetzt und zürnend riß sich Bertalda aus ihrer Umarmung los . Es war zu viel für dieses stolze Gemüt, eine solche Wiedererkennung in dem Augenblicke, wo sie  fest gemeint hatte, ihren bisherigen Glanz noch zu steigern, und die Hoffnung Thronhimmel und Kron en über ihr Haupt herunterregnen ließ. Es kam ihr vor, als habe ihre Nebenbuhlerin dies  alles ersonnen, um sie nur recht ausgesucht vor Huldbranden und aller Welt zu demütigen. Sie sch alt Undinen, sie schalt die beiden Alten; die häßlichen Worte: »Betrügerin und erkauftes  Volk!« rissen sich von ihren Lippen. Da sagte die alte Fischersfrau nur ganz leise vor sich hin: »Ach Gott , ist sie ein böses Weibsbild geworden; und dennoch fühl ich’s im Herzen, daß sie von mir geb oren ist.« - Der alte Fischer aber hatte seine Hände gefaltet und betete still, daß die hier seine To chter nicht sein möge. Undine wankte todesbleich von den Eltern zu Bertalda, von Bertalda zu den Elter n, plötzlich aus all den Himmeln, die sie sich geträumt hatte, in eine Angst und ein Entsetzen  gestürzt, das ihr bisher auch nicht im Traume kundgeworden war. »Hast du denn eine Seele? Hast du d enn wirklich eine Seele, Bertalda?« schrie sie einige Male in ihre zürnende Freundin hinein , als wolle sie sie aus einem plötzlichen Wahnsinn oder einem tollmachenden Nachtgesichte gewaltsam  zur Besinnung bringen. Als aber Bertalda nur immer noch ungestümer wütete, als die versto ßenen Eltern laut zu heulen
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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