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man war so allein und doch so freundlich in der heitern, lebendigen Welt mitten inne; was bei Tage
Schwierigkeit geschienen hatte, das ebnete sich nun wie von selber, und die drei Freunde konnten
gar nicht mehr begreifen, warum wegen Bertaldas Mitreise auch nur die ge ringste Bedenklichkeit
habe obwalten mögen. Da kam, als sie eben den Tag ihrer gemeinschaftl ichen Abfahrt bestimmen
wollten, ein langer Mann von der Mitte des Marktplatzes her auf sie zuge gangen, neigte sich
ehrerbietig vor der Gesellschaft und sagte der jungen Frau etwas ins Ohr . Sie trat, unzufrieden
über die Störung und über den Störer, einige Schritte mit de m Fremden zur Seite, und beide
begannen miteinander zu flüstern, es schien, in einer fremden Sprache . Huldbrand glaubte den
seltsamen Mann zu kennen und sah so starr auf ihn hin, daß er Bertald ens staunende Fragen
weder hörte noch beantwortete. Mit einem Male klopfte Undine freudig in die Hände und ließ den
Fremden lachend stehn, der sich mit vielem Kopfschütteln und hastigen , unzufriedenen Schritten
entfernte und in den Brunnen hineinstieg. Nun glaubte Huldbrand seiner S ache ganz gewiß zu
sein, Bertalda aber fragte: »Was wollte dir denn der Brunnenmeister, liebe Undine?« - Die junge
Frau lachte heimlich in sich hinein und erwiderte: Ȇbermorgen, au f deinen Namenstag, sollst dus
erfahren, du liebliches Kind.« - Und weiter war nichts aus ihr heraus zubringen. Sie lud nun
Bertalden und durch sie ihre Pflegeeltern an dem bestimmten Tage zur Mit tagstafel, und man ging
bald darauf auseinander.
»Kühleborn?« fragte Huldbrand mit einem geheimen Schauder seine schöne Gattin, als sie von
Bertalda Abschied genommen hatten und nun allein durch die dunkler werde nden Gassen zu
Haus gingen. - »Ja, er war es«, antwortete Undine, »und er woll te mir auch allerhand dummes
Zeug vorsprechen! Aber mitten darin hat er mich, ganz gegen seine Absich t, mit einer höchst
willkommenen Botschaft erfreut. Willst du diese nun gleich wissen, mein holder Herr und Gemahl,
so brauchst du nur zu gebieten, und ich spreche mir alles vom Herzen los . Wolltest du aber deiner
Undine eine recht, recht große Freude gönnen, so ließest du es bis übermorgen und hättest dann
auch an der Überraschung dein Teil.«
Der Ritter gewährte seiner Gattin gern, warum sie so anmutig bat, und noch im Entschlummern
lispelte sie lächelnd vor sich hin: »Was sie sich freuen wird und sich wundern über ihres
Brunnenmeisters Botschaft, die liebe, liebe Bertalda!«
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