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Undine

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ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
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Erstes Kapitel: Wie der Ritter zu dem Fischer kam Es mögen nun wohl schon viele hundert Jahre her sein, da gab es einma l einen alten guten Fischer, der saß eines schönen Abends vor der Tür und flickte s eine Netze. Er wohnte aber in einer überaus anmutigen Gegend. Der grüne Boden, worauf seine Hü tte gebaut war, streckte sich weit in einen großen Landsee hinaus, und es schien ebensowohl, die Er dzunge habe sich aus Liebe zu der bläulich klaren, wunderhellen Flut in diese hineingedrä ngt, als auch, das Wasser habe mit verliebten Armen nach der schönen Aue gegriffen, nach ihren  hochschwankenden Gräsern und Blumen und nach dem erquicklichen Schatten ihrer Bäume . Eins ging bei dem andern zu Gaste, und eben deshalb war jegliches so schön. Von Menschen freil ich war an dieser hübschen Stelle wenig oder gar nichts anzutreffen, den Fischer und se ine Hausleute ausgenommen. Denn hinter der Erdzunge lag ein sehr wilder Wald, den die  mehrsten Leute wegen seiner Finsternis und Unwegsamkeit, wie auch wegen der wundersamen Kreat uren und Gaukeleien, die man darin antreffen sollte, allzusehr scheueten, um sich  ohne Not hineinzubegeben. Der alte fromme Fischer jedoch durchschnitt ihn ohne An fechtung zu vielen Malen, wenn er die köstlichen Fische, die er auf seiner schönen La ndzunge fing, nach einer großen Stadt trug, welche nicht sehr weit hinter dem großen Walde  lag. Es ward ihm wohl mehrenteils deswegen so leicht, durch den Forst zu ziehn, weil er fast k eine andre als fromme Gedanken hegte und noch außerdem jedesmal, wenn er die verrufenen Sch atten betrat, ein geistliches Lied aus heller Kehle und aufrichtigem Herzen anzustimmen ge wohnt war. Da er nun an diesem Abende ganz arglos bei den Netzen saß, kam ihn do ch ein unversehener Schrecken an, als er es im Waldesdunkel rauschen hörte, wie Roß un d Mann, und sich das Geräusch immer näher nach der Landzunge herauszog. Was er in manch en stürmigen Nächten von den Geheimnissen des Forstes geträumt hatte, zuckte ihm nun auf e inmal durch den Sinn, vor allem das Bild eines riesenmäßig langen, schneeweißen Mannes, d er unaufhörlich auf eine seltsame Art mit dem Kopfe nickte. Ja, als er die Augen nach dem Walde a ufhob, kam es ihm ganz eigentlich vor, als sehe er durch das Laubgegitter den nickenden Mann he rvorkommen. Er nahm sich aber bald zusammen, erwägend, wie ihm doch niemals in dem Walde  selbsten was Bedenkliches widerfahren sei und also auf der freien Landzunge der bö se Geist wohl noch minder Gewalt über ihn ausüben dürfe. Zugleich betete er recht kräf tiglich einen biblischen Spruch laut aus dem Herzen heraus, wodurch ihm der kecke Mut auch zurückekam und  er fast lachend sah, wie sehr er sich geirrt hatte. Der weiße, nickende Mann ward nämli ch urplötzlich zu einem ihm längst wohlbekannten Bächlein, das schäumend aus dem Forste her vorrann und sich in den Landsee ergoß. Wer aber das Geräusch verursacht hatte, war ein sch ön geschmückter Ritter, der zu Roß durch den Baumschatten gegen die Hütte vorgeritten kam. Ein  scharlachroter Mantel hing ihm über sein veilchenblaues goldgesticktes Wams herab; von dem goldf arbigen Barette wallten rote und veilchenblaue Federn, am goldnen Wehrgehenke blitzte ein ausneh mend schönes und reichverziertes Schwert. Der weiße Hengst, der den Ritter trug, war s chlankeren Baues, als man es sonst bei Streitrossen zu sehen gewohnt ist, und trat so leicht üb er den Rasen hin, daß dieser grünbunte Teppich auch nicht die mindeste Verletzung davon zu empfang en schien. Dem alten Fischer war es noch immer nicht ganz geheuer zumut, obwohl er einzusehn  meinte, daß von einer so holden Erscheinung nichts Übles zu befahren sei, weshalb er auch s einen Hut ganz sittig vor dem näherkommenden Herrn abzog und gelassen bei seinen Netzen verblie b. Da hielt der Ritter stille und fragte, ob er wohl mit seinem Pferde auf diese Nacht hier Unt erkommen und Pflege finden könne? - »Was Euer Pferd betrifft, lieber Herr«, entgegn ete der Fischer, »so weiß ich ihm keinen bessern Stall anzuweisen als diese beschattete Wiese und kein bes seres Futter als das Gras, welches darauf wächst. Euch selbst aber will ich gerne in meine m kleinen Hause mit Abendbrot und Nachtlager bewirten, so gut es unsereiner hat.« - Der R itter war damit ganz wohl zufrieden, er stieg von seinem Rosse, welches die beiden gemeinschaftlic h losgürteten und loszügelten, und ließ es alsdann auf den blumigen Anger hinlaufen,  zu seinem Wirte sprechend: »Hätt ich Euch auch minder gastlich und wohlmeinend gefunden, mein  lieber alter Fischer, Ihr wäret mich dennoch wohl für heute nicht wieder losgeworden, denn,  wie ich sehe, liegt vor uns ein breiter See, und mit sinkendem Abende in den wunderlichen Wald zurück zureiten, davor bewahre
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Mit Vertrag über die abschließen...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsges...
Wettbewerbsrecht, Markenrecht und Kartellrecht
 
   
 
     
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