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Undine

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Viertes Kapitel: Von dem, was dem Ritter im Walde begegnet war »Es mögen nun etwan acht Tage her sein, da ritt ich in die freie R eichsstadt ein, welche dort jenseit des Forstes gelegen ist. Bald darauf gab es darin ein schönes  Turnieren und Ringelrennen, und ich schonte meinen Gaul und meine Lanze nicht. Als ich nun einmal an  den Schranken still halte, um von der lustigen Arbeit zu rasten und den Helm an einen meiner  Knappen zurückreiche, fällt mir ein wunderschönes Frauenbild in die Augen, das im allerh errlichsten Schmuck auf einem der Altane stand und zusah. Ich fragte meinen Nachbar und erfuhr, die re izende Jungfrau heiße Bertalda und sei die Pflegetochter eines der mächtigen Herzoge, die i n dieser Gegend wohnen. Ich merkte, daß sie auch mich ansah, und wie es nun bei uns jungen Ri ttern zu kommen pflegt: hatte ich erst brav geritten, so ging es nun noch ganz anders los. Den A bend beim Tanze war ich Bertaldas Gefährte, und das blieb so alle Tage des Festes hindurch.«   Ein empfindlicher Schmerz an seiner linken herunterhängenden Hand unt erbrach hier Huldbrands Rede und zog seine Blicke nach der schmerzenden Stelle. Undin e hatte ihre Perlenzähne scharf in seine Finger gesetzt und sah dabei recht finste r und unwillig aus. Plötzlich aber schaute sie ihm freundlich wehmütig in die Augen und flüstert e ganz leise: »Ihr macht es auch darnach.« - Dann verhüllte sie ihr Gesicht, und der Ritter fu hr seltsam verwirrt und nachdenklich in seiner Geschichte fort: »Es ist eine hochmütige, wunderliche Maid, diese Bertalda. Sie gef iel mir auch am zweiten Tage schon lange nicht mehr wie am ersten, und am dritten noch minder. Aber ich blieb um sie, weil sie freundlicher gegen mich war als gegen andre Ritter, und so kam  es auch, daß ich sie im Scherz um einen ihrer Handschuhe bat. - ‘Wenn Ihr mir Nachricht bring t und Ihr ganz allein’ sagte sie, ‘wie es im berüchtigten Forste aussieht.’ - Mir lag eben n icht so viel an ihrem Handschuhe, aber gesprochen war gesprochen, und ein ehrliebender Rittersmann läß t sich zu solchem Probestück nicht zweimal mahnen.« »Ich denke, sie hatte Euch lieb«, unterbrach ihn Undine. »Es sah so aus«, entgegnete Huldbrand. »Nun«, rief das Mädchen lachend, »die muß recht dumm sein . Von sich zu jagen, was einem lieb ist? Und vollends in einen verrufnen Wald hinein. Da hätte der W ald und sein Geheimnis lange für mich warten können.« »Ich machte mich denn gestern morgen auf den Weg«, fuhr der Ritter , Undinen freundlich anlächelnd, fort. »Die Baumstämme blitzten so rot und schlank i m Morgenlichte, das sich hell auf dem grünen Rasen hinstreckte, die Blätter flüsterten so lustig  miteinander, daß ich in meinem Herzen über die Leute lachen mußte, die an diesem vergnüglichen  Orte irgend etwas Unheimliches erwarten konnten. ‘Der Wald soll bald durchtrabt sein, h in und zurück!’ sagte ich in behaglicher Fröhlichkeit zu mir selbst, und eh ich noch daran dachte,  war ich tief in die grünenden Schatten hinein und nahm nichts mehr von der hinter mir liegenden Ebne w ahr. Da fiel es mir erst aufs Herz, daß ich mich auch in dem gewaltigen Forste gar leichtlich  verirren könne und daß dieses vielleicht die einzige Gefahr sei, welche den Wandersmann allhier  bedrohe. Ich hielt daher stille und sah mich nach dem Stande der Sonne um, die unterdessen etwas  höher gerückt war. Indem ich nun so emporblicke, sehe ich ein schwarzes Ding in den Zweigen  einer hohen Eiche. Ich denke schon, es ist ein Bär, und fasse nach meiner Klinge; da sag t es mit einer Menschenstimme, aber recht rauh und häßlich, herunter: ‘Wenn ic h hier oben nicht die Zweige abknusperte, woran solltest du denn heut um Mitternacht gebraten werden,  Herr Naseweis?’ - Und dabei grinzt es und raschelt mit den Ästen, daß mein Gaul toll wir d und mit mir durchgeht, eh ich noch Zeit gewinnen konnte, zu sehn, was es denn eigentlich für eine T eufelsbestie war.«
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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